Vom Humboldthafen bis Alt-Treptow

Unsere heutige Etappe führt uns durch einen der schönsten Teile von Berlin: Kreuzberg! Da freuen wir uns schon wie Bolle drauf. Wir werden gewiß viele Eindrücke aus dem bunten Leben der Hauptstadt mitnehmen können.

Los geht’s am Humboldthafen, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Vor uns liegen knapp 13 km Stadtwanderung, auf der wir größtenteils auf dem tatsächlichen Verlauf der Mauer gehen können. Zunächst gehen wir unter der Hugo-Preuß-Brücke hindurch und laufen am Spreeufer Richtung Bundestag.

Dabei unterqueren wir die sogenannte „Höhere Beamtenlaufbahn“, eine Fußgängerbrücke, die die Bundestagsgebäude Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus über die Spree am Spreebogen verbindet. Der inoffizielle Name dieser Brücke ist „Jakob-Maria-Mierscheid-Steg„.


Wir setzen unseren Weg fort, am Brandenburger Tor vorbei entlang des Großen Tiergartens. Dabei kommen wir auch an Goethen vorbei.
Dann kommen wir zum Potsdamer Platz. Hier, im Herzen von Berlins neuer Mitte, ist der Mauerverlauf – wie auch schon am Reichstagsgebäude – durch einen doppelten Kopfsteinpflasterstreifen gekennzeichnet. Dieser verläuft am nördlichen Ende des Tilla-Durieux-Parks mitten durch ein Gebäude.

Praktischerweise kann man durch die Empfangshalle hindurchgehen und kommt dann auf der Kreuzberger Seite des Gebäudes wieder heraus.


Wir erreichen nun den bliebten und sicher auch schönsten Bezirk unserer sexy Hauptstadt: Kreuzberg!

Die Verfolgung des tatsächlichen Mauerverlaufs gelingt jetzt tatsächlich ohne Karten-Unterstützung, da sie durchgehend sichtbar durch die Stadt verläuft. Wir kommen am Preußischen Landtag vorbei, in dem heutzutage das Berliner Abgeordnetenhaus untergebracht ist und vor dem Freiherr vom und zum Stein Wache hält.

Auf der anderen Straßenseite der Niederkirchnerstraße befindet sich die Dauerausstellung „Topographie des Terrors„, die wir nur jedem wärmstens ans Herz legen können. Auch hier befindet sich noch ein langes Stück der originalen Mauer.


Wir wandern entlang der Zimmerstraße, vorbei am notorischen Checkpoint Charlie und am Axel-Springer-Haus Richtung Osten. In der Ferne grüßt die Rache des Papstes.


Unser Weg schlängelt sich nun durch Kreuzberg. Auch hier gibt es viele Info-Tafeln mit Geschichten rund um das Thema Mauer und Fluchtversuche. Sozialismus tötet.
In der Waldemarstraße findet sich dieses Kleinod des Katholizismus: Die St.-Michaels-Kirche. Da steht man doch gern zur Messe am Sonntag etwas früher auf.

Schließlich kommen wir an einem recht schönen Fleck in Kreuzberg heraus: Am Engelbecken, der einmal ein Teil des Luisenstädtischen Kanals war, der heute allerdings ein Park ist.

Oder das, was sich der autochthone Kreuzberger so unter einem Park vorstellt.


Entlang des Bethaniendamms wandern wir auf die Thomaskirche zu, um uns dann der Spree zu nähern.

Wir queren die Spree an der Schillingbrücke, um dann aufgrund von Bauarbeiten am nördlichen Spreeufer zunächst ein Stückchen am Stralauer Platz entlangzuwandern, bevor wir uns dann in den Park an der East Side Gallery begeben und direkt an der Spree weiterwandern können.



Entlang der Spree durch die Wüstenei des „Parks“ geht es in Richtung Oberbaumbrücke, über die wir endlich wieder ins schöne Kreuzberg hinein können.


Schön hier.

Wieder auf der Südseite der Spree angekommen, verlassen wir die Hochbahntrasse, die hier der Oberbaumstraße folgt, nach Südost in die Schlesische Straße: Der Wrangelkiez! Wir müssen hier durch, weil die ehemalige Grenze hier in der Mitte der Spree lag.

Die Wrangelkiez-Künstler haben ihrem Lebensgefühl eindrucksvoll und weithin sichtbar eine Stimme gegeben. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Schließlich erreichen wir die Lohmühleninsel, und von jetzt an können wir wieder auf dem Mauerverlauf Richtung Südwesten wandern. Es ist sogar ganz nett hier.


Im Schlesischen Busch steht sogar noch ein alter Wachturm.

Der letzte Kilometer durch Alt-Treptow verläuft ereignislos, es lohnt sich auch nicht, hier noch Fotos zu machen. Wir verlassen den Mauerweg an der Ecke Treptower und Kiefholzstraße, um zum S-Bahnhof Alt-Treptow zu laufen. Von hier aus geht es dann beim nächsten Mal weiter!
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